Ökumenischer Arbeitskreis Eichenau

Schreiben des AK Ökumene Eichenau/Alling an die Bischöfe
zur Erklärung der Glaubenskongregation vom 29.Juni 2007:
“Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten
bezüglich der Lehre über die Kirchen“
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Leitsätze zur "Ökumene vor Ort"

1 Selbstverständnis und Auftrag

Der Ökumenische Arbeitskreis (ÖAK) begreift sich als selbständiger Arbeitskreis der Allinger und Eichenauer Schwesterkirchen, der somit an ihre jeweiligen Gremien gebunden ist und von dort seine Legitimation erhält. Er steht jedem ökumenisch Interessierten offen.
Der ÖAK lebt aus der Überzeugung, dass ökumenisches Bewusstsein an der Basis verankert sein muss, wenn der weltweite ökumenische Prozess gelingen soll.
Nach dem Verständnis des ÖAK kommt dabei den beteiligten Schwesterkirchen ein bedeutsames Gewicht zu. Sie müssen die Angst überwinden, die je eigene Identität zu verlieren. "Die Profile der Kirchen sollen bleiben, Profilneurosen sind überflüssig" (Heinrich Fries).

2 Ziele

Der ÖAK will Motor, kreativer Partner und kritischer Beobachter der Ökumene vor Ort sein; und dort, wo es ihm geboten erscheint, "heilsame Unruhe" stiften. All dies soll in dem Bewusstsein geschehen, dass es beim ökumenischen Prozess nicht um eine Einheit geht, die alle Unterschiede aufhebt. Ziel ist vielmehr eine Einheit, in der die Verschiedenheiten miteinander versöhnt sind: eine Einheit in der Vielfalt.

Wesentliche Einzelziele des ÖAK sind:
- Abbau von Unkenntnis und Gleichgültigkeit.
- Überwinden von Vorurteilen
- Pflege und Ausbau von Gemeinsamkeiten - in der Erkenntnis, dass diese größer sind, als man gemeinhin annimmt.

3 Die Arbeit nach innen

Es ist Aufgabe des ÖAK, das ökumenische Wissen und Bewusstsein seiner Mitglieder ständig fortzuentwickeln, namentlich mit Blick auf die kirchliche Lehre, die liturgischen Riten und die kirchliche Praxis der eigenen und der Schwesterkirche.

lnterkonfessionell offene Fragen sind aufzuarbeiten. Das gilt vor allem für:
- das geistliche Amt in der Kirche (Priester/Pfarrer, Bischöfe, Papst),
- Kirchenverständnis und Verhältnis zwischen der Schrift und der Kirche,
- kirchliches Lehramt und Unfehlbarkeitsdogma,
- verbleibende unterschiedliche Akzentuierungen in der Rechtfertigungslehre.
- Abendmahl/Eucharistie,
- Lehre vorn Wort und Sakrament,
- Mariendogmen.

4 Die Arbeit nach außen

Der ÖAK nimmt innerhalb der beteiligten Kirchengemeinden schwerpunktmäßig folgende Aufgaben wahr:
- Theologische Information und Weiterbildung der Gemeindemitglieder in ökumenisch bedeutsamen Themenbereichen
- Mitwirkung bei der Gestaltung von gemeinsamen Gottesdiensten
- Initiieren und ggf. Organisieren von ökumenischen Gesprächskreisen und Veranstaltungen
- Fördern der Vernetzung der "offiziellen" Gremien der Kirchengemeinden
- Regelmäßiger Dialog mit den hauptamtlichen Funktionsträgern der Kirchengemeinden
- Koordinieren von einschlägigen Programmen der verschiedenen kirchlichen und nicht-kirchlichen Veranstalter
- Vermittlung eines neuen Verständnisses der konfessionsverschiedenen Ehe
- "Werbung" für die Ökumene.

Eichenau/Alling, den 8. Mai 2001